Einige Eindrücke vom AGATHA Begleitprogramm Herbst 2011
Walking an der Traun.... mit Christine Salger
Beratungzu den Kopfbedeckungen und Tücher, Mützen,... sind bei Constance Willems unter www.knithats.eu /email: constancewillems@knithats.eu/Tel.: 01573-400 15 82
oder jeden 3. Freitag im Monat in der Gemeinschaftspraxis Dres. Kronawitter/Jung von 10 -12 Uhr (anmelden unter 0861/7087930) zu bekommen.
Andrea Länger, Autorin und Sozialpädagogin, hat den vielen Zühöhrerinnen und Zuhörern der Lesung am Samstag, den 16. Oktober2010 auf ganz wunderbare Weise eine innere Haltung und Perspektiven für das Leben während und nach einer Krebserkrankung vermittelt. Als Expertin und Betroffene beschreibt sie in ihrem neu erschienen Buch einfache Übungen und Rituale, die für täglich zu bestehende schwierige Situationen und Gefühle anwendbar sind.
Vortragsreihe : Das kann ich selber tun
Ob noch mitten in der Behandlung oder auch Jahre danach: immer wieder stellen Krebspatienten sich die Frage, was sie selber tun können für ihre Gesundheit. Die Selbsthilfegruppe Brustkrebs Chiemgau wendet sich daher vermehrt dieser Frage zu und lud bereits eine Reihe hochkarätiger Referenten ein. Die Heilung unterstützende Themen wie Ernährung, gezielte Bewegung und Körperarbeit stellen einen Teil der Vortragsreihe dar, den anderen die Sinne mit einbeziehende Therapieformen wie Aromatherapie, Musik- und Tanztherapie, Kunst- und Maltherapie. Auch medizinische Themen z.B. Wechselwirkungen und die Anti-Hormon-Therapie kommen nicht zu kurz.
Juli 2010: Einen Seminartag zum Thema „Lebenslust“konnten die Frauen der Selbsthilfegruppe im Vogelhuberhaus in Bernau am Chiemsee erleben. Lebenskrisen und Krankheiten konfrontieren uns oft mit schwierigen Situationen und inneren Herausforderungen, z.B. Ängste, Schmerzen, Trauer, Wut oder Abschied. Um Krisen emotional zu meistern und in unser Leben zu integrieren, helfen Visualisierungen, (Entspannungs-) Übungen, schreiben, tanzen, singen und Phantasiereisen. In schöner Atmosphäre konnten einfach anwendbare Übungen aus der Gestalt-, Poesie-, Tanz- und Musiktherapie sowie aus dem Yoga erlebt , (Alltags-) Rituale entwickelt und somit persönliche „Lebens-Lust-Helfer“ entwickelt werden.Die Referentin warAndrea Länger, Dipl. Sozialpädagoginund ehemalige Brustkrebspatientin, freiberufliche Seminarleiterin und Gründerin der“ Lebenslustagentur“ :www.lebenslustagentur.de
Juni 2010: Einen erlebnisreichen Abend „für Dich und hin zu Dir selbst“ gestaltete Susen Geffke für die interessierten Frauen der Selbsthilfegruppe. Die Referentin ist „Kreative Leibtherapeutin“und „Fachtherapeutin für kreative Psychoonkologie“.„Leib“ versteht sie selbst im Sinne des sich erlebenden Menschen und so zeigte Susen Geffke an diesem Abend Methoden der Kreativen Leibtherapie auf die Bewegung, Klänge und auch Bilder beinhalten.
Martina Mayerführte uns ein in dasThemaJin Shin Jyutsu. Diese, von dem Japaner Jiro Murai entwickelte Heilkunst basierend auf einem alten Wissen, bringt die Lebensenergie wieder ins Gleichgewicht. Das sehr einfach anzuwendende Jin Shin Jyutsu ermöglicht es, das Energiesystem unseres Körpers selbst auszugleichen und so Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen.Durch Berühren bestimmter Punkte am Körper, sogenannter Energieschlösser, wird ein Energiestrom im Körper angeregt, der Energie zuführt und Blockaden löst. Die Lebensenergie kommt wieder ins Fließen. Die Methode ist ohne großen Aufwand im Sitzen von jedem bei sich selbst anwendbar. Wie genau dies umzusetzen und anzuwenden ist vermittelte uns Martina Mayer in anschaulicher Weise.
Februar 2010:
Immer der Nase nach…..Aromatherapie mit wissenschaftlichem Anspruch.Wer hätte gedacht, daß Schaubilder und Strukturformeln chemischer Verbindungen,lateinische Bezeichnungen von Pflanzen, botanische Fachwörter und Forschungsergebnisse so spannend sein können?! Die über 25 Zuhörerinnen des Vortrags „anti-tumorale Wirkung natürlicher ätherischer Öle“ erlebten mit der ReferentinEliane Zimmermann einen anschaulichen und informativen Abend voll duftender Eindrücke. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Was kann ich selber tun?“war die renommierte Aromatherapeutin und Fachbuchautorin von derSelbsthilfegruppe Brustkrebs- Chiemgau nach Traunstein eingeladen worden. Sie vermittelte an diesem Abend im Seminarraum der Fa. Pohlig in Traunstein Wissenswertesüber die Entstehung, die Wirkungsweise und die Möglichkeiten der Anwendung ätherischer Öle und der Aromatherapie. Auf ihrem bloghttp://blog.aromapraxis.deund unter ihrer homepagewww.aromapraxis.de stellt Eliane Zimmermann ihr umfangreiches Wissen allen Interessierten zur Verfügung.
Januar 2010:
Basische Ernährung nach Krebs – Werner Langbauer, Gründer von „Gourmet Vital“ im Chiemgau informierte uns über Inhalte und Möglichkeiten einer gesunden Ernährung. Diverse Ausbildungen bei verschiedenen Ernährungsexperten befähigen ihn dazu die Ansätze der 5-Elemente-Ernährungslehre, der TCM, der japanischen Makrobiotik und des Ayurveda zu vermitteln. Hinzu kommt seine jahrelange praktische Erfahrung als Vital-Koch und so versteht er es, dieses Wissen mit Genuß und Gaumenfreude zu verbinden. Wir erfuhren, warum basische und vitalstoffreiche Ernährung so wichtig ist und wie dies und anderes Wissenswerte im Alltag umgesetzt werden kann.
Bert Heuper, Heilpraktiker für Psychotherapie und Trauma-Therapeut aus Bad Aibling hielt uns einen Vortrag zum Thema:"Krebs, seine möglichen Ursachen und die Ängste der Betroffenen" Der Referent, vor über 16 Jahren selbst an Krebs erkrankt, entwickelte die Psychosomatische Resonanztherapie PSRT und ist Spezialist für die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele. Er zeigte uns die den Ängsten zugrunde liegenden Ursachen auf und vermittelte uns Ansätze und Möglichkeiten, der Angst vor Rezidiven und Metastasen sinnvoll und effektiv zu begegnen.
luden wir den in Traunstein niedergelassenen Onkologe Dr. Jung ein, um uns zum Teil sehr individuellen Fragen zur Antihormontherapie zu beantworten. Geduldig erklärte er die Wirkungsweise der Antihormontherapie und bentwortete einfühlsam individuelle Fragen zum Thema. Ein wesentliches Fazit besand darin, dass er die Wichtigkeit einer Antihormontherapie bei hormonrezptorpositivem Befund hervorhob. Welche Medikamente wann eingenommen werden hänge jedoch sehr von der individuellen Situation der Frau ab. So ist ein Switch von Tamoxifen auf Aromatasehemmer nicht unbedingt nötig, wenn die Frau dadurch große Einschränkungen in der Lebensqualität erfährt. Ein wichtiger Punkt sei auch eine zweijährige Menstruationspause, so dass die GnrH-Analoga nach zwei Jahren abgesetzt werden, auch wenn dann wieder Blutungen auftreten. Dr. Jung wies daraufhin, dass die antihormonellen Medikamente zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen, welche die antihormonelle Wirkung beeinträchtigen können. Welche Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten bestehen lässt sich im Internet unter:www.drug-interaction.com nachsehen!
Rückblick zum 1. Patientinnentag in Traunstein, 2010 :
Familienangelegenheit – erblicher Brustkrebs
Der 1. Patientinnentag des Brustzentrums Traunstein in Kooperation mit unserer Selbsthilfegruppe wurde von vielen interessierten Frauen und einigen Männern zur umfassenden Information zu erblichen Brustkrebs genutzt. Frau Dr. Weiss hatte
Prof. Dr. Elke Holinski-Feder, Leiterin des Humangenetischen Zentrums München eingeladen. Sie erläuterte sehr detailliert und gut verständlich, welche Formen der Vererbung es gibt und welche Risiken jeweils damit verbunden sind. Die am besten erforschten Gene bezüglich vererblichen Brustkrebs sind BRCA 1 und BRCA 2.
Der Begriff BRCA (BReast CAncer) stammt aus dem Englischen und bedeutet Brustkrebs. Aber auch das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, kann über dieses Gen vererbt werden. Sowohl Mutter als auch Vater können Träger der Genveränderung sein. Brust- und Eierstockkrebs kommt in den betroffenen Familien gehäuft vor und tritt bereits in jungen Jahren (vor dem 50. Lebensjahr) auf. Daher werden die betroffenen Familien auch „Hochrisikofamilien“ genannt. Weitere Auffälligkeiten in diesen Familien sind beispielsweise, dass Brustkrebs in beiden Brüsten auftreten kann oder dass Männer daran erkranken. Das Risiko, dass eine von Veränderung des BRCA-Gens betroffene Mutter oder ein von Genveränderung betroffener Vater ihren Kindern diese Genveränderung vererben, beträgt 50 Prozent. Dabei kann sowohl die Mutter als auch der Vater die Genveränderung vererben(man spricht von einem autosomal-dominanten Erbgang).
Weitere Gene sind bekannt, deutlich seltener und noch nicht so gut erforscht.
Ein wichtiger Hinweis von Frau Dr. Holinski-Feder betrifft das Alter von dem an eine Frau aus einer Hochrisikofamilie sich damit auseinandersetzen sollte: Das Risiko unter 30 Jahren an Brustkrebs zu erkranken ist mit 0,2% so gering, das frau sich in jungen Jahren mit dieser Sorge nicht belasten sollte. Sie schlägt einen genetischen Test ab einem Alter von 30 Jahren vor, um dann durch die Kenntnis des genetischen Fehlers auf ein Risiko entsprechend mit einer Therapie und dichten Vorsorge-untersuchungen reagieren zu können.
Frau Dr. Holinski-Feder bietet in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Weiss vom Brustzentrum regelmäßig Beratungstermine für Familien in Traunstein an. Bei Bedarf kann frau sich ans Brustzentrum wenden.
Wir von der Selbsthilfe hatten Beate Beyrich, eine selbst betroffene Frau, eingeladen, die sich im BRCA-Netzwerk engagiert. Sie berichtete von der Arbeit des BRCA-Netzwerks, welches Gesprächskreise im ganzen Bundesgebiet aufbaut und auch per Telefon oder E-Mail betroffene Frauen berät und auch praktisch unterstützt.
In der folgenden ‚offenen Infozeit’ nutzten viele Frauen die Gelegenheit sich über die Verhinderung bzw. Behandlung eines Lymphödems bei der Physiotherapeutin Astrid Breidenstein aus Traunstein und Den Mitarbeiterinnen der Fa. Pohlig zu informieren.
Die Tücher und Hüte und Schminktipps von Frau Rossmann aus München fanden ebenfalls großen Anklang. Viele Kontakte wurden bei Kaffee und Kuchen sowie Brezen(gespendet von der Bäckerei J.Schulz (ehemals Löw) aus Traunreut) geknüpft und manches persönliche Problem konnte zur Sprache gebracht werden.
Einen großen Anklang fanden auch die Herzkissen von Maria Klauser; eigentlich als Spende für frisch operierte Brustkrebspatientinnen gedacht, war die Nachfrage so groß, dass sie einige an Ort und Stelle verkaufte. So gibt es neues Material für die Entstehung weiterer Kissen.
von links : Beate Beyrich, Dr. Eva Weiss, Prof. Dr. Holinski-Feder, Sabine Schulz-Sembten